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Abgeschickt von Astrid Drescher am 12 Juli, 2000 um 10:37:15:
Antwort auf: Re: 2100? von F.C. am 12 Juli, 2000 um 10:35:49:
[E-Mail vom 28. Juni 2000]
Guten Tag Herr Carotta,
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Danke für die Buchinformationen, die sie mir haben zukommen lassen, jetzt weiß ich doch wonach ich zu suchen habe. Sie haben Recht, in erster Linie lese ich Romane, und da mich die heutige Literatur so ziemlich langweilt, wenn man eins kennt, kennt man alle, was zwar nicht unumschränkt zutrifft, aber in einer Häufigkeit der Fälle, dass man schon verallgemeinern darf, lese ich historische Roman, und danach begebe ich mich auf Spurensuche, weil man will doch wissen wie weit sich der Autor an den "wahren" Sachverhalt gebunden fühlt.
So war es ja auch im Fall Caesar. Da wusste ich allerdings noch nicht, was mit Ihrem Werk, ich muss es einfach so nennen, denn es ist mehr als ein Buch, auf mich zukommt.
Das von mir immer wieder zu Rat gezogene Buch von Hans Dieter Stöver, "Die Römer" Taktiker der Macht, ist im übrigen kein Roman, sondern befasst sich mit der römischen Geschichte von Äneas bis zu Caesar und endet mit seiner Ermordung. H.D. Störer scheint mir ziemlich kompetent zu sein, was Fakten angeht, studiert hat er in Köln Geschichte, Kunstgeschichte und Altertumskunde. Ich muss hier einfach eine Lanze brechen für den Autor, denn er schafft es eine Fülle an Fakten zu verarbeiten und dabei einen lockeren und allgemeinverständlichen Stil zu schreiben, so dass man eben des öfteren auch einmal schmunzeln muss. Ziel eines Buches, auch wenn es informativ oder wissenschaftlich ist, ist doch in erster Linie, dass man es liest und nicht nach drei Seiten wutentbrannt oder gähnend in die Ecke schmeißt.
Nun wieder zu Caesar Jesus. So wie Sie es mir schreiben, besteht wirklich kein Grund zur Heiterkeit, aber war nicht der Triumph auch eine Art Volksbelustigung? Was danach folgt, wer konnte das voraussehen. Jedes Mal, wenn ich die Stellen über die Ermordung Caesars nachlese, stellt sich mir die Frage: Weshalb nimmt er es hin? Weshalb hört er nicht einfach auf die Warnungen und bleibt im warmen Bett? Es ist als wenn man sich einen Film zum x-ten Mal ansieht, in der Hoffnung dass er doch noch gut ausgeht. Warum also geht er? Geht er in dem Bewusstsein was geschehen wird? Er soll überall seine Spione gehabt haben, ist es wahrscheinlich, dass ein so gut informierter Mann von der Verschwörung gegen ihn nichts gewusst hat?
Mit Pilatus möchte ich fragen (oder wenigstens ähnlich): Wer ist dieser Mensch?
Der zwingende Blick, den Caesar gehabt haben soll, und dem angeblich nur die wenigsten standhalten konnten, war für mich ein Hinweis auf eine Parallele, als zweites sein "vergebt euren Feinden" Milde = Barmherzigkeit, als drittes sein "Opfer" oder seine Bereitschaft zu sterben.
Im nachhinein kann man natürlich viel hineininterpretieren, und die "Schriftgelehrten" tun es ja auch. Aber ich denke, Gedanken fliegen einen nicht einfach an und ein zuviel an Übereinstimmung, an Parallelen, da kann man nicht einfach die Augen zuhalten und sagen es ist so wie es war.
Ich werde also auf Ihre Empfehlungen zurückgreifen und sehen, was ich noch alles ausgraben kann.
Die Schwierigkeit besteht ja oft gerade in einer Fülle von Informationen und als Laie weiß ich nicht so recht wo ich zugreifen soll. Ich hoffe es gibt Übersetzungen, glaube kaum, dass ich noch Latein lernen werde.
Die Ausschnitte die Sie aus meiner gestrigen Mail ausgesucht haben, dürfen Sie natürlich ins Forum aufnehmen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dort auch einmal neue Teilnehmer zu treffen.
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Dann wünsche ich noch einen schönen Tag.
Mit freundlichen Grüßen
Astrid Drescher
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