Re: Latein und Römisch - Indien


[ Antworten ] [ Forum www.carotta.de ]

Abgeschickt von F.C. am 12 Maerz, 2002 um 20:54:31:

Antwort auf: Re: Latein und Römisch - Indien von A.KLÖS am 12 Maerz, 2002 um 08:29:07:

: Ich denke mir, das es auch für Sie interessant sein dürfte, plötzlich dem Anspruch "alles Indisch" ausgesetzt zu sein. Cäsar Sohn einer indischen Göttin!

Ich will jetzt nicht auf das ganze – übrigens durchaus interessante – Zitat eingehen.
Aber dem Anspruch "alles Indisch" würde ich mich nicht widersetzen wollen. Es ist klar, daß in Indien Religionsformen bis heute bewahrt wurden, die mit jenen verwandt sind, die in der klassischen Antike auch im Mittelmeerraum noch existierten. Daher habe ich keine Probleme mit dem Satz: "Cäsar Sohn einer indischen Göttin!".
Es war auch in Rom bekannt, daß Venus aus dem Orient, via Meer (Venus geboren aus dem Schaum des Meeres), gekommen war. Und ihr Sohn Aeneas, von dem die Julii abzustammen beanspruchten, kam auch aus dem Osten, zumindest aus Troja. Auch wußten die Römer, daß sie sehr viel den Etruskern verdankten, die nicht nur mehrere Könige gestellt hatten, sondern auch die Stadt vermutlich gegründet, sowie manche religiösen Bräuche hinterlassen, z.B. Vögel- und Eingeweidenschau, die 'disciplina etrusca'. Und auch die Etrusker sollen aus Kleinasien gekommen, und mit den Lydiern verwandt gewesen sein. Insofern hatte Rom schon immer gen Osten geschaut, und ihren Ursprung dort gesehen, was mit dem Hausmythos der Julier noch verstärkt wurde.
Rom betrachtete sich de iure als Erbin des Reichs Alexanders, das bis Indien reichte. Während seiner Orientreise huldigten Inder dem Augustus, und alte römische Karten zeigen einen Tempel des Augustus in Indien. Für Rom gehörte Indien zum Imperium. Dieser Gedanke mußte den Engländern nicht erst einfallen, deren Land, Britannia, auch Teil des römischen Imperiums war, und zwar ein wesentliches (Caesar zwei mal dort, Constantin dort geboren, York eine der vier Hauptstädte während der Tetrarchie, etc.)
Das scheinbar Neue, ist oft ganz alt, und oft muß man nach dem Alten schauen, um das Neue in seinem Wesen zu erkennen.


Antworten:



[ Antworten ] [ Forum www.carotta.de ]